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Freizeitwettbewerb Schreinerlernende

May 6, 2019

Was machen Holzexperten im Autohaus oder wenn Holz auf PS trifft, so könnte die Überschrift auch lauten. Von Freitag, 3. Mai bis Samstag, 4. Mai 2019 konnten die Besucher Ausstellungsmodelle von Schreinerlernenden in Augenschein nehmen. Für einmal nicht konventionell in einer holzkonformen Umgebung, nein, dieses Mal zwischen Motoren und glänzend polierten Karosserien in der Garage Wenger AG in Matten.

 

Drei Gewinner und ein Publikumsliebling

Aus jedem Lehrjahr wurde das beste Arbeitsstück von einer Fachjury auserkoren. Die strahlenden Gewinner aus dem Berner Oberland lauten:

·         Evelyn Reichen aus Achseten, im 2. Lehrjahr, mit einem Sideboard, Lehrbetrieb Reichen AG

·         Jasmin Kehl aus Reichenbach, im 3. Lehrjahr, mit einem Wohnmöbel, Lehrbetrieb Künzi + Knutti AG

·         Samuel Kauer aus Aeschiried, im 4. Lehrjahr, mit einem Waschtischmöbel, Lehrbetrieb LUAG Luginbühl AG

 v.l. Jasmin Kehl aus Reichenbach, Evelyn Reichen aus Achseten und Samuel Kauer aus Aeschiried.

 

Das Ausstellungsstück, das beim Publikum am besten ankam, war ein Mountain Buffet mit einem Bergrelief auf der Front von Franco Ronner, im 4. Lehrjahr, Lehrbetrieb Raffeiner AG. Es erhielt am meisten Stimmen.

 

 Der Publikumsgewinner von Franco Ronner

 

Samuel Kauer und sein rustikales Waschtischmöbel

 Samuel Kauer, der mit seinem Waschtischmöbel aus rustikaler Eiche die Jury überzeugen konnte, hat viele Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt und ist stolz auf seine erreichte Punktzahl. «Mein Lehrbetrieb hat mich sehr unterstützt, und ich durfte stets fragen und die Maschinen benutzen, das hat mir wirklich geholfen.» Für Samuel Kauer geht der Aufwand gleich weiter, er lernt und arbeitet bereits für die Abschlussprüfung, die im Juni stattfinden wird. Wir wünschen ihm dabei viel Erfolg und sind uns fast sicher, dass der sympathische junge Mann auch dabei ein sehr gutes Resultat erzielen wird.

 

 Samuel Kauer und sein rustikales Waschtischmöbel

 

Organisation und Bewertungsmodus

Organisiert wurde dieser Lehrlingswettbewerb durch die Schreinermeisterverbände im Kanton Bern – den Schreinermeisterverband Berner Oberland (SBO) und den Schreinermeisterverband Kanton Bern (SKB). Teilnahmeberechtigt waren alle Schreinerlernenden im 2., 3. oder 4. Lehrjahr, die im Kanton Bern eine Lehre in diesem Beruf absolvieren. In diesem Jahr nahmen Lernende aus fünf verschiedenen Berufsschulen teil. Die 26 jungen angehenden Schreinerinnen und Schreiner aus dem Berner Oberland gehen alle im bzi Holzzentrum Frutigen zur Schule.

 

Die Aufgabe für alle Teilnehmenden bestand darin, ein Arbeitsstück zu fertigen, dieses in Sachen Arbeitsvorgang und Material mittels Arbeitsjournal zu beschreiben und zwei Werkzeichnungen mit den Massstäben 1:10 und 1:1 anzufertigen. Dies alles natürlich unter vielen weiteren fachlichen Wettbewerbsbedingungen. Bewertet wurden die Stücke einerseits vom Publikum via Abstimmung, dies ergab den Publikumsgewinner, und andererseits von Holzfachexperten nach Bewertungskriterien wie zum Beispiel Originalität, Genauigkeit, Schwierigkeitsgrad und vielen weiteren Eigenschaften. Die drei Gewinner bei dieser Bewertung dürfen nun ihre Arbeitsstücke an der Fachmesse Holz 19 in Basel präsentieren und sich mit der gesamtschweizerischen Konkurrenz messen. Am Schluss erhält der Sieger oder die Siegerin den Titel «Schreiner-Nachwuchsstar» – fast wie ein Casting für den künftigen Holz-Superstar oder zu Neudeutsch «Swiss Wood Hero».

 

 Glückliche Gesichter bei der Rangverkündigung

 

Fakten und Zahlen

Insgesamt nahmen 131 junge angehende Berufsfachleute teil, die in Langenthal, Langnau, Lyss, Bern und Frutigen die Berufsschule besuchen. Spannend dabei, die Frauenquote overall liegt nur bei
26,7 %, im Berner Oberland allerdings legen die Schreinerinnen stolze 51,7 % vor. Eine positive Entwicklung, wie Beat Reichen, Präsident SBO, meint: «Der Anteil an Frauen im Schreinerberuf nimmt stetig zu, und das ist sehr erfreulich. Schweizweit gesehen dürfte diese Zahl ruhig noch höher sein. Denn Frauen haben in den meisten Fällen einfach ein feineres Auge für Details.»
Zusätzlich zur Ausstellung des Freizeitwettbewerbs fand auch die Hauptversammlung des SBO statt. Die Schreinermeister liessen es sich selbstverständlich nicht nehmen, die Ausstellungsstücke genau unter die Lupe zu nehmen.

 

Zusammenarbeit in der Region

Wie kommt man auf die Idee, Kommoden zwischen Audi, VW, Opel und Co. zu stellen, wollten wir von Andrea Wenger, Mitinhaberin Garage Wenger AG, wissen: «Wir mussten nicht lange überlegen und haben sofort zugesagt, als Werner Schläppi (Vorstandsmitglied SBO) mit dieser Anfrage zu uns kam. Wir bilden selber sieben Lernende in drei Berufen aus und wissen, wie wichtig die Ausbildung unseres Fachnachwuchses hier in der Region ist. Zudem fanden wir die Kombination von Holzmöbeln und Metall spannend, einfach mal etwas ganz Anderes, das tut dem Berner Oberland ganz gut.»

  Fabio Cantanna (Verkaufsberater) und Andrea Wenger von der Garage Wenger AG

 

Die Ausstellung wurde rege besucht und die Idee, Möbel inmitten von Autos in Szene zu setzen, stiess auf ein positives Echo.

Ob er zufrieden sei mit dem Anlass? Dazu meinte Michael Schläppi, Beisitzer im Vorstand SBO und verantwortlich für das Marketing: «Die Besucherzahl ist sehr erfreulich, und die angehenden Jungschreiner und Jungschreinerinnen haben tolle Werkstücke abgegeben und dürfen stolz auf sich sein. Der Rahmen war toll und wir danken Andrea und Hanspeter Wenger für diese Geste.» Diese sei nicht selbstverständlich und werde sehr geschätzt.

 

Somit dürfen wir also gespannt sein, wie sich unsere Berner Oberländer Kandidatinnen, Evelyn Reichen und Jasmin Kehl, und Kandidat Samuel Kauer schlagen werden. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen oder gilt hier eher die Devise «Auf Holz klopfen bringt Glück»?

 

 

 

 

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