Hamburg

Um mich auf den Besuch im Norden bei unseren Austauschlernenden in Stade einzustimmen, bin ich vorher übers Wochenende nach Hamburg gefahren. Mit meiner Nikon und vielen Insidertipps von Judith, eine Fachlehrerin an der Jobelmannschule in Stade, im Gepäck, machte ich mich auf um die Hansestadt zu entdecken - wohlbemerkt auf dem Fahrrad. Hier gibt es gefühlt an jeder Ecke ein Fahrradgeschäft, kein Wunder bei rund 1500km Radwegen. Hier teilt man sich ohne grosses Murren den Gehsteig mit Passanten, Fahrrädern und mal dem einen oder anderen schlafenden Obdachlosen. Eben, eine tolerante und offene Stadt mit vielen auskunftsfreudigen Grossstädtern; die ganz nebenbei sehr praktisch sind, wenn ein Bergkind, wie ich, mal wieder nach dem Weg fragen muss. Ja, ich gebe es zu, Lost in the City ist kein Fremdwort für mich.

Auch wenn wir Tunnels in der Schweiz zur genüge kennen und uns als «Tunnelbaumeister» rühmen, der alte Elbtunnel mit seinen 470 Metern beeindruckt sogar mich - kaum vorstellbar, dass da mal Autos hin und her gefahren sind und per Lift unter den Meeresspiegel transportiert wurden. Apropos Höhen und Tiefen, der höchste «Berg» in Hamburg ist sage und schreibe 116,1 Meter hoch. Das wiederum ist für einen Berner Oberländer wesentlich weniger beeindruckend, aber eben doch irgendwie charmant.

Die Hafencity, das Gebiet rund um die Speicherstadt mit der wunderschönen Elbphilharmonie, dem imposanten Ratshaus, die Stadtviertel St.Pauli, Schanze und auch Altona bieten für jeden etwas und sind definitiv eine Reise wert. Hamburg mit seinen rund 1,8 Millionen Einwohnern und 2500 Brücken, übrigens mehr als in Venedig, gilt nicht umsonst als neue Kultstadt, die Trends setzt. Mich hat nicht nur die Stadt, sondern auch die Hanseaten mit ihrem «Moin», in ihren herzlich norddeutschen Bann gezogen. Kleiner Hinweis am Rande, bitte nur 1x «Moinsen», tut Mann oder Frau es 2x ist man entweder Matrose oder outet sich sofort als Tourist.

Was macht Hamburg für mich speziell? Nebst den unzähligen wunderschönen Fotomotiven, sind es die kleinen liebevollen Details fast an jeder Ecke, die herzlichen und gesprächigen Bewohner, die diese Stadt ausmachen. So schneidet man sich hier die Haare bei Pony & Kleid, trinkt sein Bier in Omas Apotheke, diniert fürstlich im Freudenhaus und im Nil schwimmt man nicht, es wird «gecornert» (gemütliches Geplauder und Beieinandersein draussen auf der Strasse vor der Lieblingskneipe). Dank wertvollen Tipps, durfte ich Hamburg auf eine ganz spezielle Art und Weise erleben und entdecken, vielen herzlichen Dank Judith! I LIKE HAMBURG.